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Neuheiten im Eisenbahnmuseum

Als am 14. Juli 2011 die Stiftung Eisenbahnmuseum Bochum von der Stadt Bochum und der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte aus der Taufe gehoben wurde, galt das ehemalige Bahnbetriebswerk mit seiner einmaligen Fahrzeugsammlung als Rohdiamant. Nun ist, mit einer neuen Ausstellung rund um einen historisch besonders bedeutsamen Salonwagen, die erste Facette fertig geschliffen worden.

Ausstellung als Leuchtturmprojekt

In den vergangenen Jahren wurde im Eisenbahnmuseum Bochum, unter Mitarbeit des international bekannten Museumsgestalters HG Merz, ein neues museales Konzept ausgearbeitet, damit die Geschichte der Eisenbahn zukünftig in ihrer ganzen Komplexität und Bedeutung anschaulich erfasst werden kann. Mit einem ersten Projekt, das nun der Öffentlichkeit präsentiert wird, möchten der Vorstand, das Kuratorium und die ehrenamtlichen Mitarbeiter zeigen, über welches Potential das Museum verfügt und wie es in der Zukunft in Gänze aussehen könnte.

Ein Wagen als Zeuge der deutschen Geschichte

Das erste greifbare Ergebnis dieser Neuausrichtung ist eine Ausstellung, die verschiedene Ereignisse deutscher Geschichte von 1937 bis 1970 an Hand eines einzelnen Salonwagens nacherzählt. In einem bisher einmaligen Konzept wurde das Fahrzeug in den vergangenen Monaten im Bochumer Museum restauriert und zeitgleich in den Zustand zweierEpochen versetzt, um die wechselhafte Geschichte des Fahrzeugs wie auch Deutschlands zu verdeutlichen. Kaum ein deutsches Eisenbahnfahrzeug hat mehr historisch bedeutende Politiker, Staatsmänner und -frauen erlebt wie dieser Salonwagen. Gebaut wurde er 1937 und war zunächst im Regierungszug des Dritten Reichs eingestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten amerikanische Generäle u.a. diesen Wagen, um durch das besetzte Land zu reisen. Als im sich anbahnenden Ost-Westkonflikt aus Gegnern Partner wurden, da wurde dieser Salonwagen an die junge Bundesrepublik Deutschland übergeben. Insgesamt in relativ gutem Zustand erhalten, wurde der luxuriöse Salonwagen etwas umgebaut und anschließend von der Bundesregierung oder vom Bundespräsidialamt für Wahlkampftouren, Sonderfahrten und Staatsbesuche genutzt. So fuhren u.a. General Eisenhower, Konrad Adenauer, mehrere Bundespräsidenten, Queen Elizabeth II., der Schah von Persien und Willy Brandt mit diesem Zeugen der Geschichte mit.